4 W für die Cloud: Worauf Sie bei der Auswahl eines Cloud-Anbieters achten sollten

„The Big 5“, „Die Top 10“, „3 Engel für Charlie“: Listen können manch komplexe Arbeit und wichtige Entscheidung enorm vereinfachen, speziell dann, wenn die Auswahl unendlich scheint. Erinnern Sie sich, dass Sie schon in früher Schulzeit damit begonnen haben? Damals klang das so: „Wer? Wo? Was? Wie?“ Heute klingt es wieder so – nämlich in unseren „4 W für die Cloud“, die Ihnen die Auswahl eines Cloud-Anbieters erleichtern soll.

Cloud-Anbieter 4W

Bevor nun falsche Erwartungen entstehen: Wir präsentieren Ihnen an dieser Stelle kein Patentrezept. Nicht, weil wir das nicht gerne tun würden, sondern schlicht deshalb, weil je nach Anwendungsfall individuelle Anforderungen des Unternehmens erfüllt werden müssen. Erschreckenderweise sind es aber wieder vier Kriterien, die bei der Auswahl eines Cloud-Anbieters für jeden von uns wichtig sind, nämlich:

  • Zuverlässigkeit
  • Datensicherheit
  • Preis/Leistung
  • Renommee

Was das genau bedeutet? Nehmen wir es unter die Lupe!

Zuverlässigkeit vs. „Ich kann gerade nicht!“

Wie fühlen Sie sich, wenn in Ihrem Büro das Internet ausfällt oder das Telefon streikt? Ist „Handlungsunfähigkeit“ das Wort, das Ihnen in den Sinn kommt, wird schnell deutlich, wieso Cloud-Services zuverlässig verfügbar sein müssen. Was aber tun, um größtmögliche Zuverlässigkeit abzusichern?

Aus Geschichte lernen

Recherchieren Sie, ob Sie zu dem Cloud-Anbieter Ihrer Wahl negative Medienberichte oder Kundenstimmen finden, die von einem Ausfall der Systeme  oder einer Veröffentlichung von sensiblen Kundendaten handeln. Falls ja, sollten Sie hier dringend Vorsicht walten lassen.

Zahlen sprechen lassen

Prüfen Sie die Erreichbarkeit des Cloud-Services und fragen Sie nach den Statistiken zur Uptime. Diese sollte jeder seriöse Cloud-Anbieter liefern können. Legen Sie dabei ein besonderes Augenmerk auf folgende Punkte:

  • Gibt es Erreichbarkeitsstatistiken für den Service des Cloud-Anbieters?
  • Welche Erreichbarkeitsquote  garantiert der Anbieter?

Dabei sollten Sie sich allerdings nicht von Werten wie 99 Prozent beeindrucken lassen: Eine Verfügbarkeit in dieser Höhe macht umgerechnet auf ein Jahr schon einen Ausfall von 3,65 Tagen.

Datensicherheit und Geheimhaltung vs. „Schon gehört?“

Das Prinzip der stillen Post ist bei Cloud-Services im Business- und auch im Privat-Umfeld absolut am falschen Ort. Ob Systeme oder Kunden- und Personaldaten, all das gehört also in vertrauensvolle Wolken. Da Kontrolle hier tatsächlich besser ist, folgende Tipps von unserer Seite:

Verschlüsselung

Schauen Sie sich die Verschlüsselung der Daten genauer an. Neben einem sicheren Verschlüsselungsprotokoll kommt es darauf an, wann die Daten ver- und entschlüsselt werden. Dabei gibt es drei Methoden, die ihren vollumfänglichen Schutz aber erst dann entfalten, wenn sie miteinander kombiniert werden:

  • Verschlüsselung der Datenübertragung
    Bei der sogenannten Channel-Encryption wird lediglich die Übertragung der Daten verschlüsselt. Auf dem Server und den Endgeräten aber sind sie nicht vor dem Zugriff durch Behörden, dem Betreiber oder einem Angreifer, dem der Hack der Infrastruktur des Cloud-Anbieters gelingt, geschützt.
  • Verschlüsselung der Daten auf dem Server
    „Server-Side-Encryption“ ist der Fachbegriff, wenn eine zusätzliche Verschlüsselung der Daten auf dem Server vorgenommen wird. Jetzt sind auch Behörden, Betreiber oder mögliche Angreifer machtlos.
  • Verschlüsselung der Daten auf den Endgeräten
    Durch die Verschlüsselung der Daten auf den Endgeräten ist sichergestellt, dass auch Angreifer, die sich Zugriff zu den Anwenderendgeräten verschaffen konnten, nicht auf die verschlüsselten Daten zugreifen können. Der Vollständigkeit halber: Im Fachjargon heißt diese Verschlüsselungsart „Local-Encryption“

Heimat „Europa“

Abseits jeglichen Patriotismus ist es ratsam, Europa als den Standort des Hosting- bzw. Cloud-Anbieters zu wählen. Der Grund dafür liegt in den international sehr unterschiedlichen Datenschutzbestimmungen, die teilweise den Zugriff durch staatliche Stellen erlauben und den Schutz persönlicher Daten einschränken. (Unser früherer Blog-Beitrag Cloud-Computing: Fragen zum Hosting in Deutschland hat hier bereits Einblicke gegeben.)

Sollten Sie doch einen Standort außerhalb Europas wählen, dann achten Sie im besonderen Maße auf Safe Harbor. Nur dadurch ist es legal möglich, personenbezogene Daten im Einklang mit der europäischen Datenschutzgesetzgebung zu übermitteln. Unternehmen, die aus einem Land ohne vergleichbare Datenschutzbestimmungen operieren, können sich durch die Safe Harbor-Entscheidung der Europäischen Kommission dazu verpflichten, die Datenschutzbestimmungen der EU anzuerkennen und einzuhalten.

Preis/Leistung vs. „Qualität kostet!“

Wir sind uns sicher einig, dass hochwertige Produkte und Lösungen meist teurer sind als vergleichbare, aber eben doch nicht ganz so gute Angebote. Natürlich sollte also auch bei Cloud-Anbietern das Preis-/Leistungsverhältnis stimmen. Wegen einiger gesparter Euro aber auf Support oder Problemlösung abseits der 17 Uhr-Grenze zu verzichten, ist nur wenig ratsam, denn Arbeitsausfälle sind meist deutlich teurer. Kann der Anbieter zudem garantieren, dass gemeldete Probleme innerhalb eines bestimmten Zeitfensters gelöst werden? Vergleichen Sie hier gut. Oft liegen die Unterschiede im Detail.

Renommee vs. „Jeder fängt mal klein an!“

Es stimmt: Jeder fängt irgendwann einmal klein an. Das muss aber nicht zwangsläufig bedeuten, dass Sie sich nicht besser auf Empfehlungen verlassen. Kennen Sie zum Beispiel Unternehmen in Ihrem Umfeld, die erfolgreich mit dem Cloud-Anbieter Ihrer Wahl zusammenarbeiten? Gibt es Erfahrungsberichte auf Internet-Portalen oder Tests renommierter Fachzeitschriften, auf deren Rat Sie vertrauen? Je mehr Referenzen, Erfahrungsberichte und Tests ein Cloud-Anbieter vorweisen kann, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Daten bei diesem Anbieter gut aufgehoben sind. Übrigens unabhängig davon, wie klein ein Anbieter ist.

Alle 4 W zufriedenstellend beantwortet?

Dann noch eine letzte Info in eigener Sache: Bei BIRT PowerDocs  können Sie selbst entscheiden, wo Sie Ihre Daten hosten möchten. Durch die offene Architektur kann BIRT PowerDocs bei vielen Anbietern gehostet werden. Unsere Standard-Lösung ist Amazon AWS, mit der Sie sich einen Hosting-Standort an vielen Orten der Welt aussuchen können – so, wie es zu Ihnen passt. Wie das genau funktioniert, zeigen wir Ihnen in unserem Blog-Beitrag Hosting in Deutschland: legodo und BIRT PowerDocs

Damit steht Ihrem Business in der Cloud nur noch der Vertragsabschluss und ein wenig Organisation im Wege. Viel Erfolg!

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